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Von einer Einigung weit entfernt

Tarifrunde Hamburger Sicherheitsgewerbe

Von einer Einigung weit entfernt

In der zweiten Tarifverhandlung für die 6.000 Hamburger Sicherheitsdienstleister gab es keine Einigung. Zum Gewerbe gehören das klassische Bewachungsgewerbe, die Bewachung militärischer Anlagen, die Bewachung des öffentlichen Personennahverkehrs sowie die Bewachung von Fußballspielen und Großveranstaltungen. Und die Sicherheitsmitarbeiterinnen am Hamburger Flughafen.

Nach dem arbeitgeberseitig vorgelegten Angebot liegt der Einstiegslohn mit 8,75 € für Anfang 2015 nur 25 Cent über der gesetzlichen Mindestlohnmarke (8,50 Euro). In anderen Großstädten liegen die Entgelte bereits darüber. Beispielsweise erhalten Beschäftigte in Köln 9 Euro, in Stuttgart für die gleiche Tätigkeit 9,20 Euro und in München sogar 9,75 Euro.

Nach dem vorliegenden Angebot würden ausgebildete Fachkräfte für Schutz und Sicherheit mit 10,50 Euro gerade mal 45 Cent mehr in der Stunde erhalten. Im benachbarten Niedersachsen erhalten die Beschäftigten jetzt schon 1,75 Euro mehr, obgleich die Verhandlungen mit ver.di noch nicht begonnen haben.

Die Angleichung der Löhne am Hamburger Flughafen auf ein einheitliches Niveau von 15 Euro wird ebenso abgelehnt wie die Einführung eines neuen Entgeltstufenmodells. Darüber hinaus ist es nicht gelungen, das Berufsfeld Sicherheitskraft in Flüchtlingsunterkünften zu tarifieren. „Hamburg ist beim Entgelte-Vergleich mit anderen Großstädten weit abgehängt. Wer allein für die Miete in Hamburg mehr als 40 Prozent seines Einkommens zahlen muss, braucht ein Großstadteinkommen und kein Wohngeld“, so der ver.di Verhandlungsleiter Peter Bremme.“

Die Friedenspflicht endet 2014. Die Verhandlungen werden am 26.1.2015 fortgesetzt. „In der Zwischenzeit werden wir den Unmut der Beschäftigten auf die Straße tragen“, so Bremme weiter.