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Ende der Bescheidenheit?

Ende der Bescheidenheit?

Langsam kommt wieder Bewegung in die Tariflandschaft der Touristik. ver.di und TUI Deutschland haben sich auf mehr Geld für die Gewerkschaftsmitglieder bei TUI verständigt. (Diese wird in der Regel auf alle Beschäftigten übertragen.)

Im Einzelnen sieht der Tarifvertrag Folgendes vor:

  • Im Vertriebsbereich werden die Gehälter auf der Basis der Gehaltstabelle des Jahres 2010 zum 1. Juni 2014 um drei Prozent sowie um weitere 70 Euro brutto monatlich erhöht.
  • Im Veranstalterbereich werden die Gehälter auf der Basis der Gehaltstabelle des Jahres 2010 und der freiwilligen Erhöhungen (übertarifliche Zulagen von 4,7 Prozent) zum 1. Juni 2014 um drei Prozent erhöht.
  • Die Vergütung für Auszubildende wird zum 1. Juni 2014 um 75 Euro brutto monatlich erhöht.
  • Eine Verrechnung der übertariflichen Zulagen unterbleibt.
  • Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt ein Jahr.

Mehr dazu im Tarifinfo 1 zum Herunterladen.

Immer weniger Beschäftigte im Flächentarifvertrag

Es gibt aber auch eine schlechte Nachricht. Bei der DRV-Tarifgemeinschaft ist anscheinend das Motto: Still ruht der See. Dabei müssten dort längst die Alarmglocken schellen. Immer mehr Arbeitgeber kehren ihr den Rücken. Zuletzt waren es TUI und American Express/GBT III. Mittlerweile sind es nur noch ca. 10.000 Beschäftigte, die über die Flächentarifverträge tarifgebunden sind. Angesichts von mehr als 70.000 Arbeitnehmer/innen in der Touristikbranche eine bescheidene Anzahl. Was das für die Beschäftigten bedeutet, darüber klärt Info "Ohne Tarifvertrag ist alles doof." auf, das hier als Datei zum Herunterladen angefügt ist (auch als Aushang geeignet).

  • Gleichwohl gibt ver.di die Flächentarifverträge (noch) nicht verloren. Ende Juni/Anfang Juli soll ein neuer Versuch unternommen werden, die Fläche zu „retten“. Misslingt dieser, müssen wir die Kraft aufbringen, in möglichst vielen Unternehmen Haustarifverträge abzuschließen.